04.10.2011 Studie zeigt Notwendigkeit der Führungskompetenz in Gesundheitseinrichtungen
Eine Studie zeigt Potenziale für mehr Qualität und Service im Gesundheitswesen auf.
Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen und Pflegeheime könnten die Qualität ihrer Leistungen zum Wohl der Patienten deutlich verbessern – und das ohne hohe Kosten. Denn die Defizite sind nicht in der fachlichen Qualifikation des medizinischen Personals zu finden, sondern vor allem in Fragen der Führung, der Kommunikation und der Motivation. So lautet die Selbsteinschätzung der Branche, die im Rahmen des aktuellen „Excellence Barometers Gesundheitswesen“ erhoben wurde. Für die repräsentative Benchmarkstudie befragte „Forum Marktforschung“ im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) Entscheidungsträger aus 300 Gesundheitseinrichtungen.
Als größtes Managementdefizit in Gesundheitseinrichtungen nennen die Befragten einen Mangel an Führungskompetenz und sozialen Fähigkeiten. 44 Prozent bewerten die Führungsqualitäten in ihrer Einrichtung als durchschnittlich. Betriebe in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft und kleinere Rehabilitationseinrichtungen mit weniger als 99 Betten schneiden etwas schlechter ab. Auch Mitarbeiterorientierung und Mitarbeiterzufriedenheit in der eigenen Organisation seien nur Mittelmaß, meinen 40 Prozent der Gesundheitsmanager. Dies trifft vor allem für öffentlich-rechtliche Trägerschaften und größere Einrichtungen ab 200 Betten zu.
„Gute Führung beeinflusst die Mitarbeiterzufriedenheit und -motivation unmittelbar und wirkt sich positiv auf die Servicequalität und die Zufriedenheit der Patienten aus“, kommentiert DGQ-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Kaerkes.
Einrichtungen, die ihr Qualitätsmanagement (QM) umfassender aufstellten und einen Fokus auf die Verbesserung von Führungsqualitäten und Soft Skills legten – zum Beispiel durch die Optimierung von internen Kommunikationsabläufen oder Weiterbildungsangeboten – könnten sich mit geringen Investments entscheidende Wettbewerbsvorteile verschaffen.
82 Prozent der Führungskräfte in den Gesundheitseinrichtungen zeigen sich überzeugt: Qualitätsmanagement leistet einen entscheidenden Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg von Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen und Pflegeheimen. 40 Prozent der befragten Manager bezeichnen die Qualität der Dienstleistungen am Patienten sogar als größten Erfolgsfaktor für ihren Betrieb. Entsprechend verfügen 91 Prozent der Krankenhäuser und 83 Prozent der Rehabilitationseinrichtungen über eigene QM-Abteilungen. Auffallend: Obwohl 86 Prozent der Manager aus Pflegeeinrichtungen QM als erfolgskritisch bezeichnen, verfügt ein Viertel der deutschen Pflegeheime über kein eigenes QM. 55 Prozent der Einrichtungen besitzen keine volle QM-Stelle.
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